Viele Menschen behaupten, wahre Liebe habe nichts mit Lust zu tun, doch so ganz richtig ist das nicht und solche Aussagen darf man ruhig etwas kritisch sehen. Der Mensch ist in der Regel nicht asexuell veranlagt. Natürlich gibt es Hunderte, verschiedene Interessen in sexueller Hinsicht, aber irgendeine Form der Sexualität hat jeder Mensch. Wer behauptet, Lust sei von der Liebe unabhängig, hat wahrscheinlich noch nie wirkliche Lust mit einem geliebten Partner leben können. Es ist sicher richtig, dass die meisten Beziehungen sich zunächst durch Augenkontakt und anschließende Gespräche anbahnen. Doch irgendwann ist es mal soweit. Man verbringt die erste Nacht zusammen. Die Stunde der Wahrheit ist gekommen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Hier geht es nicht um belanglose und oberflächliche Äußerlichkeiten, sondern vielmehr um Interessen, Neigungen und Veranlagungen. Eine Frau, die Lust und Freude an ihrer Sexualität empfindet und stundenlange Liebesspiele liebt, wird sich schwer tun mit einem Mann, der innerhalb weniger Minuten einen Akt vollzieht und sich dann zufrieden auf die Seite rollt. Umgekehrt kann das natürlich ebenso geschehen. Eine Mann, der sich in sexueller Hinsicht eine dominante Frau wünscht, wird schlecht mit einer sexuell devoten Frau umgehen können. Und somit ist die Stunde der Wahrheit in erster Linie als die Wahrheit für sich selbst anzusehen. Natürlich vergeht die Leidenschaft nach einer Weile und weicht einem soliden Gefühl mit Substanz, doch kann dieses Gefühl entstehen, wenn es niemals Leidenschaft gab, sondern stattdessen Frustrationen, weil Bedürfnisse schon zu Anfang nicht befriedigt werden konnten? Man sollte im eigenen Interesse ehrlich mit diesem wichtigen Thema umgehen.
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